Camino de la Costa

Die meisten Jakobswegpilger gehen den Camino Francés, den französischen Weg. Der ist aber während der Sommermonate leider völlig überlaufen. Eine schöne Alternative ist der Camino de la Costa, der Küstenweg. Hier wandert man oft alleine.
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Die meisten Jakobswegpilger gehen den sogenannten Camino Francés, den französischen Weg, der in Saint-Jean-Pie-de-Port an der französischen Grenze beginnt. Er ist der bekannteste Teil des Jakobsweg, gesäumt von günstigen Herbergen, Kirchen, Souvenirgeschäften - während der Sommermonate aber leider völlig überlaufen.

Eine schöne Alternative zum Camino Francés ist der Camino de la Costa, der Küstenweg. Er führt von Hendaye im Baskenland die Nordküste entlang, biegt bei Ribadeo unter dem Namen "Nordweg" Richtung Süden ab und trifft kurz vor Santiago auf den Camino Francés. Auch der Küstenweg ist gut gekennzeichnet und ohne Führer gehbar, nur die Herbergen liegen in weiteren Abständen zueinander. Dafür kommt auf dem Weg tatsächlich ein entspanntes Wander- oder Pilgergefühl auf. Denn hier ist man oft alleine - mit sich, dem Weg und einer wunderschönen Landschaft. Wir fliegen also nach Santander und machen uns auf die Suche nach dem "Camino", wie er fast schon liebevoll von jedem Jakobswegwanderer genannt wird, und der hier mitten durch die Stadt läuft.

Wo beginnt nun eigentlich der Weg?

Die Reise auf dem Jakobsweg beginnt mit der Suche nach den Wegweisern: Wer findet die erste Muschel oder den ersten gelben Pfeil, die über Hunderte Kilometer den Weg zur Kathedrale in Santiago markieren? Mit dem ersten gefundenen Zeichen beginnt dann die "Schnitzeljagd" - und auch die Suche nach einem Platz in der Herberge, die jeden echten Jakobswegpilger bis zum Schluss begleitet.

Die Herberge in Santander hat zu, was außerhalb der Hochsaison vorkommen kann. Ein mitleidiger Pfarrer öffnet uns aber zum Glück das Gemeindehaus einer Kirche im Stadtzentrum, wo wir auf dem Fußboden schlafen dürfen. Es ist eine der vielen netten Gesten auf dem Jakobsweg, der in diesem Teil noch nicht völlig von Touristen überlaufen ist.

Camino de la Costa

Die ersten Schritte auf dem Camino führen am Meer entlang, doch während der nächsten Etappen wirkt der Küstenweg eher großzügig betitelt. Von Küste oder gar Meer ist wenig zu sehen, und wir genießen die wenigen Augenblicke, in denen etwas Blau zwischen den grünen Hügeln hindurchschimmert. Doch vier Tage Fußmarsch (auf dem Jakobsweg werden die Etappen in Tagen statt in Kilometern gezählt), zeigt sich das kantabrische Meer in seiner blau-grünen Farbenpracht. So werden wir den gelben Pfeilen, die den Weg nach Santiago weisen, gelegentlich untreu, machen kleine Umweg an die Küste und wagen uns dann irgendwann hinein in die Fluten. Eine wunderbare Erfrischung, wenn die Sonne heiß vom Himmel brennt. Nur mit feuchten Füßen sollte man nicht mehr lange laufen. Blasengefahr - aber das wissen geübte Wanderer längst.

Durch romantische, mittelalterliche Städte, vorbei an Hofhunden, zutraulichen Katzen und älteren Herren, die uns freundlich anlächeln, schlängelt sich der Weg durch das nördliche Kantabrien und führt uns auch einmal über eine Eisenbahnbrücke, deren Betreten für Fußgänger eigentlich verboten ist. Am Ende eines jeden Tages wissen wir, dass wir in einer der vielen Herbergen, die entlang des Caminos von Jakobswegvereinen unterhalten werden und nur ein paar Euro kosten, ein Dach über dem Kopf haben werden. Nicht aber wo. Die Unterkunft ist somit jedes Mal eine Überraschung. Kurz hinter Santander erwartet uns zum Beispiel eine Fischerhütte, neben der ein kleiner Bach fließt. Wenige Tage später übernachten wir im Anbau eines Zisterzienserklosters und lauschen abends den Gesängen der Komplet, zu der Pilger und Wanderer eingeladen sind.

Eines Nachts, irgendwo zwischen Llanes mit seinen bunt bemalten „Erinnerungswürfeln“ an der Hafenmole und Piñeres, einem kleinen Dorf in Asturien, überrascht uns der Regen. Die angekündigte Herberge finden wir nicht, in den Fischerdörfern gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit. Samstagabend ist der Nahverkehr schlecht, und wir sind nass. Da führt uns der Weg an einem leerstehenden Kloster vorbei. Die kleine gotische Kirche nebenan muss verschlossen sein, wie es die meisten Kirchen auch auf dem Jakobsweg sind - glauben wir zumindest. Doch als ich gegen die Tür drücke, gibt sie nach und öffnet sich zu einem leeren Kirchenschiff, dessen Decke von wuchtigen Säulen getragen wird. Die drei Apsiden am anderen Ende des Kirchenschiffs sind ebenfalls leer, etwas verstaubt, aber sonst sauber.

Camino de la Costa Map

Eines Nachts, irgendwo zwischen Llanes mit seinen bunt bemalten „Erinnerungswürfeln“ an der Hafenmole und Piñeres, einem kleinen Dorf in Asturien, überrascht uns der Regen. Die angekündigte Herberge finden wir nicht, in den Fischerdörfern gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit. Samstagabend ist der Nahverkehr schlecht, und wir sind nass. Da führt uns der Weg an einem leerstehenden Kloster vorbei. Die kleine gotische Kirche nebenan muss verschlossen sein, wie es die meisten Kirchen auch auf dem Jakobsweg sind - glauben wir zumindest. Doch als ich gegen die Tür drücke, gibt sie nach und öffnet sich zu einem leeren Kirchenschiff, dessen Decke von wuchtigen Säulen getragen wird. Die drei Apsiden am anderen Ende des Kirchenschiffs sind ebenfalls leer, etwas verstaubt, aber sonst sauber.

Zu seinen Füßen liegt das verschlafene Fischerstädtchen Fisterra mit der letzten Herberge. Und auf der Höhe des Kaps, wo ein Leuchtturm heute Hotelgäste beherbergt, verbrennen Jakobswegwanderer traditionell ihre Stiefel. Oder wahlweise etwas, dessen Last sie sich von der Seele nehmen wollen. Die letzte Zigarettenpackung, alte Tagebücher, Fotos einer verflossenen Liebe. Und dann versammeln sich alle, die an diesem Tag angekommen sind, auf den Felsen des Kaps und warten auf das Farbspektakel der Sonne, die im Westen im atlantischen Ozean versinkt.

INFO:

Der Küstenweg lässt sich gut auf eigene Faust wandern, in Abständen von einigen Kilometern ist normalerweise eine günstige Pilgerherberge zu finden. Um dort übernachten zu dürfen, braucht man einen Pilgerpass, den es bei den deutschen Jakobsweggesellschaften auch online zu bestellen gibt. Je nach Verein wird für die Ausstellung des Pilgerpasses allerdings ein Schreiben der örtlichen Kirchengemeinde verlangt, die bestätigt, dass der Antragsteller wirklich auf Pilgerreise gehen will. Häufig kann man den Pilgerpass aber auch in Spanien in einer der Herbergen bekommen.

Die beste Reisezeit ist im Frühjahr oder Herbst. Im Sommer sind auf den Jakobswegen Spaniens mehr Wanderer unterwegs, im Winter ist es schlicht zu kalt.

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